Heidi Gotti: Meine Wuzeln - Mein Leben

Leserbriefe:

Gitte schreibt am 23. Juni 2005
Eindrucksvoll schildert die Autorin und Protagonistin des Buches die Erlebnisse und Erinnerungen ihrer Kindheit von 1941 bis Anfang der fünfziger Jahre.
Es ist die Geschichte einer Familie, die geprägt ist durch die Ereignisse des Zweiten Weltkrieges.
Es ist die Schilderung von Erlebnissen wie Bombardierungen, Hunger, Angst, Terror und der Vertreibung aus der Heimat, die sich tief in die Seelen der Familienmitglieder und die der kleinen Heidi einbrannten.
Gleichzeitig ist es aber auch die Geschichte von starken Frauen. Angefangen bei der Wiener Großmutter bis hin zu ihrer Mutter, der eigentlichen Heldin der Geschichte.
Sie, die vor dem Krieg schon eine schwierige Kindheit durchlebte, kämpfte wie eine Löwin für klein Heidi und ihren Großvater, bewahrte sie vor Bombenterror, Verschleppung und Bedrohung.
Gern würde sich der Leser für diese Frau ein Happy End wünschen. Doch war sie - wie vermutlich viele Frauen ihrer Generation - die eigentliche Verliererin dieser entsetzlichen Zeit.
Aber nicht nur die schlimmen Geschehnisse des Krieges ziehen den Leser in den Bann.
Das Positive und Menschliche zieht sich wie ein roter Faden durch Heidis Geschichte. Da sind zum Beispiel die Leute, die ihren Vater spontan schützen und ihn so vor der russischen Gefangenschaft bewahren. Da ist wieder die Mutter, die trotz Lebensgefahr, einem Juden hilft. Da sind die vielen Begebenheiten mit den lieben Tieren im Haus und am Körper.
Da sind aber auch Heidis poetische Kostbarkeiten sowie die ihrer Onkel, die so ihre Sehnsucht nach der verlorenen Heimat oder die Schrecken der Gefangenschaft verarbeiteten.
Das Buch ist weiterhin mit Fotos der damaligen Zeit versehen, wie sie vielen von uns aus eigenen Familienalben vertraut sind.
Wer außerdem noch wissen möchte, warum seit Heidis Babytagen in der Familie die Rouladen nie wieder mit Senf bestrichen wurden, der sollte das Buch unbedingt lesen. 

Liebe Heidi,
dein Buch habe ich an zwei Tagen förmlich "verschlungen".
In dem Vorwort dazu merktest du an, dass diese Texte besonders für Menschen gedacht seien, die damals Ähnliches erlebten - als Flüchtlinge, auf der Suche nach einer neuen Heimat.
Ich, 1944 geboren, habe dergleichen Dinge nicht erleben müssen, aber dennoch bisweilen gewisse Ähnlichkeiten erspürt. Da sind deine Fotos: du als Kleine und du als Schulmädchen - Frisuren und Kleidung, auch Aussehen (Strich in der Landschaft) erinnern mich an meine eigne Kindheit. Auch dein Berichten über erste Schultage - mit Schiefertafel, sie gleichen irgendwie meinen - im Jahre 1950.
Dein Schriebstil - einfach und verständlich für jedermann. Bildhaftigkeit prägt deine Zeilen.
So kommt es, dass man wohl das Buch nicht einfach so "pausieren lässt".
Interessant finde ich auch den Wechsel zwischen Text und Gedichten. Ich spüre, dass deine Schreibanlagen irgendwie in der Familie liegen.
Dein Onkel Karl scheint dir diesbezüglich ein Vorbild zu sein. Besonders berührt mich dessen Gedicht "Wahre Märchen -Reime".
Liebe Heidi, der Brückenbau zu deinen Erinnerungen ist dir sehr anschaulich und einprägsam gelungen. 
Danke, dass ich deinen Erstling lesen durfte.
Ich wünsche dir weiterhin viel Kreativität sowohl für den zweiten Band und auch für noch folgende Anthologien.
Silvia Grad 

Liebe Heidi,
noch am Samstag Abend hab ich das Büchlein durchgelesen. Du hast so anschaulich Deine Lebensstationen beschrieben, dass ich unsagbar viele Parallelen ziehen konnte und vor allem - ich konnte Dich dabei kennen lernen. Wenn gleich meine damalige Ausweisung aus dem Sudetenland anders ablief, gibt es doch eine ganze Reihe gleicher Erfahrungen. Meine Mutti ist damals mit mir und meinem 4 Jahre älteren Bruder ausgewiesen worden - leider ohne unserem Vati, der blieb im Krieg. Unsere nähere Verwandtschaft war in einem anderen Transport und kam nach Bayern. Was das für die vielen Jahre bedeutete, kennst Du ja von Deinem Onkel Karl. Ehe die Wiedervereinigung kam, waren natürlich längst meine Großeltern, mein Onkel und die Tante (alle in Bayern), sowie auch meine Mutti verstorben. Aber das Flüchtlingsmädel blieb auch ich viele Jahre. Unsere erste Station nach dem Flüchtlingslager war übrigens Krautheim; dies allerdings war nicht das gleiche Krautheim, wo Du Dein Weihnachtsfest begangen hast. 
Sehr schön beschrieben wurden durch Dich auch die engen Bindungen Deiner Familie und die sehr berührenden Festlichkeiten. So oder ähnlich verliefen auch unsere kleinen Feierlichkeiten. Jeder versuchte ein kleines Geschenk aufzutreiben, zu basteln oder ein Gedicht zu schreiben, um Freude zu bereiten. Meine Kindheit verlief trotz vieler Entbehrungen, sehr behütet und harmonisch. Liebe Heidi, ich würde mich sehr freuen, den zweiten Band Deiner Lebensstationen ebenfalls lesen zu dürfen. Für heute sende ich Dir und Deinem Mann recht herzliche Grüße 
Freya

Liebe Heidi
herzlichen Dank fuer das Buch das am Samstag ankam. ich konnte es gar nicht hinlegen es war so spannend fuer mich. Bitte erlauben Sie mir mich vorzustellen ich bin die Anni und eine Email Freundin von der Gisela. Wie ich schon sagte ich habe das Buch am Samstag bekommen. Ihr Buch hat mich wieder in meine Heimat versetzt und die schreckliche Geschichte was uns da alles wiederfahren ist. Ich habe sooviel Aehnliches mitgemacht wie Sie im Buch beschreiben. Wie gesagt ich musste ueber einiges schmunzeln und dann wieder kamen die Traenen. Ich bin aus tetschen Bodenbach an der Elbe. das ist grade fast an der grenze zu Deutschland damals. Ich bin schon 56 Jahre hier in den Staaten und bin auch etliche male nach Hause gereist. Nun lebt meine Mutti und der Papa nicht mehr und ich habe cousinen und Geschwister. Meinem Mann gehts nicht so besonders und deswegen bin ich schon 11 Jahre nicht mehr in Deutschland gewesen. Damals wo wir fluechten mussten war ich 16 und wie kann man so was vergessen die Behandlung der Tschechen uns gegenueber. 
Mit lieben Gruessen verbleibe ich ihre Anni 

Liebe Heidi, 
ich habe den ersten Teil Deines Buches schon gelesen Es müssen ja schlimme Zeiten für Dich und Deine Mutti gewesen sein. Sicher hat es mich an meine eigene Kindheit erinnert, an die Evakuierung von Deutschland nach Österreich und an die Flucht vor den Russen von Ost- nach Westösterreich. Ich kann mich aber selbst nicht daran erinnern, daß ich jemals in so großer Gefahr war, wie Du. Ich weiß nur, daß wir viel gehungert haben und daß ich einmal während der Flucht auf einem Bauernhof aus einem Hühnernest ein Ei "gegrapscht" habe und es roh ausgetrunken habe, da war ich 6 Jahre alt.
Dein Buch ist spannend geschrieben, zeitweise wurden mir sogar die Augen feucht. Ich werde zum Wochenende, wenn ich wieder mehr Ruhe habe, weiterlesen.
Ja beim Lesen fallen einem viele persönliche Episoden ein, aber ein richtiges Buch, glaube ich, kann ich nicht schreiben
Helga aus Wien 

Abendrot Meine Wurzeln, 13. August 2005 
Ich habe das Bedürfnis, einige Zeilen zu dem ersten Buch von Heidi Gotti "Abendrot" zu schreiben, dem Buch, welches die Autorin ihr "Baby" nennt.
Anfangs war ich erstaunt, wie in einer Geschichte erzählt wird, dass man vor den Russen von Österreich nach Deutschland floh. Irgendwie war mein Weltbild in Unordnung geraten, was sich aber schon bald legte. So etwas gab es tatsächlich, wenigstens in den damaligen Zeiten, das Buch rückte mir schon bald meine geografischen und politischen Vorstellungen wieder zurecht, nachdem ich begonnen hatte, es zu lesen. Ich gehöre derselben Generation wie die Verfasserin an und bin somit in dem Alter, in welchem man gelegentlich an vergangene Zeiten zurückdenkt. Zeiten, die vom Krieg geprägt waren und sich durch vielerlei Entbehrungen darstellten. So kommt es, dass ich mich häufig zusammennehmen muss, wenn ich sehe, wie andere Menschen (einschl. meiner Enkelkinder !) mit Lebensmitteln umgehen.
Das Buch "Abendrot" bzw. das Erleben der Autorin beamt mich zurück in die Zeit, die sie beschrieb. Ihre Schilderungen decken sich mit meinen Erlebnissen. Absolut fesselnd beschrieben kann ich alles Gelesene nachvollziehen, womit meine Enkelkinder wahrscheinlich nichts anfangen könnten. Auf diese werden noch andere Probleme, die schon lange in Vorbereitung sind, zukommen. An "Abendrot" hatte ich viel Freude, der Verfasserin gelang es, mir die einzelnen Mitglieder ihrer Familie nahe zu bringen. Sie sind so treffend beschrieben, dass ich keine Mühe hatte, sie mir im Geiste vorzustellen.
Die Themen in ihrem Nachfolgebuch stehen schon fest, sie bestärken mich darin, das Buch sofort zu erwerben. 
Eine ganz nette Begebenheit am Rande sei schon verraten: Im nächsten Buch wird u.a. von ihrer "Gro" (=Großmutter) die Rede sein, auf deren Spuren ich mich machte, weil ihr Wohnort nur einige Kilometer von mir entfernt gelegen ist. Hier in Kellinghusen, einer Kleinstadt in Schleswig-Holstein, besuchte die kleine Heidi ihre Gro gelegentlich; Einzelheiten davon erfuhr ich durch vorausgegangenen Schriftwechsel im Internet, und so konnte ich mir beschriebene Objekte fotografieren und ihr zumailen, stumme Grüsse aus der Vergangenheit, die ihr sicher Freude bereiteten. Und diese Fotos erscheinen nun im nächsten Buch.
Ich danke der Autorin nochmals für dieses schöne Buch und warte schon heute auf das nächste, die vorgesehenen Themen jedenfalls lassen wieder spannende und lustige Geschichten erahnen.
Rolf aus dem Norden und Plattsnacker vom Feierabend-Forum 

REZENSION VON GISELA DUA 
HEIDI GOTTI 
ABENDROT Meine Wurzel - Mein Leben
Viele werden ein ähnliches Schicksal erlebt haben und es ist wundervoll, dass es Menschen gibt, die Ihren Lebensweg aufschreiben. Dadurch kann auch der geschichtliche Hintergrund für die Generationen nach uns erhalten bleiben. 
Meine Hoffnung geht dahin, dass viele junge Menschen dieses Buch und den vorgesehenen Folgeband lesen werden.
Ich bewundere den Mut von Heidi Gotti, sich so detailliert mit ihrer sehr schmerzlichen Vergangenheit auseinander zu setzen. 
Gerne habe ich gelesen, dass sie trotz aller unerträglichen Ereignissen, die menschlichen Seiten ihres Lebens nicht vergessen hat. Wie ihre eigenen Erlebnisse, so beschreibt sie auch, wie die Mutter unter Lebensgefahr einem Juden hilft. Gleichzeitig vergisst sie auch nicht, sich an ihren Onkel zu erinnern, der in Gefangenschaft zu Herzen gehende Gedichte schreibt.
Gerade die Vertreibung aus dem Sudentenland ist kein leichtes Thema und ist auch heute noch eine Gratwanderung der Verständigung zwischen den Völkern, die es betrifft.
Sehr behutsam hat Heidi Gotti dieses Kapitel der Geschichte - ihre eigene Lebensgeschichte aufgearbeitet. Diese ist lebendig und gefühlvoll beschrieben und dadurch spannend bis zum Ende. Die Begebenheiten um dieses kleine Mädchen kann man selbst sehr gut nachempfinden, weil sie die Erinnerungen wach halten - an die eigene Vergangenheit.
Ich wünsche Heidi Gotti mit diesem Buch und dem zweiten Teil ihrer Lebensgeschichte ganz viel Erfolg!